
Key Takeaways
- Nutze eine feste Prompt-Formel: Ziel + Kontext + Format + Regeln – das verhindert „Laber-Antworten“.
- Lass die KI Rückfragen stellen, wenn wichtige Infos fehlen (spart Korrekturschleifen).
- Gib immer ein Ausgabeformat vor (Tabelle/Liste/Schritte), sonst wird’s unstrukturiert.
- Mach einen kurzen Qualitätscheck (Annahmen, Länge, Ton, fehlende Details) vor dem Kopieren.
- Prompts lohnen sich besonders für Planung, Texte, Vergleiche, Zusammenfassungen – da ist der Zeitgewinn am größten.
Inhaltsverzeichnis
- Warum KI im Alltag oft enttäuscht (und wie du das vermeidest)
- Die Prompt-Formel: Ziel, Kontext, Format, Regeln
- So nutzt du Prompts sauber: Rückfragen, Format, Nachschärfen
- 25 Copy-&-Paste Prompts (Planung, Texte, Entscheidungen, Lernen)
- Mini-Case 1: Wochenplanung ohne Überforderung
- Mini-Case 2: Schwierige Nachricht + klare Entscheidung
- SOP (Standardarbeitsanweisung): In 3 Minuten zum brauchbaren Ergebnis
- Nächste Schritte: eigene Prompt-Bibliothek aufbauen
- Entscheidungsbaum: Welcher Prompt passt?
- Häufige Fehler + Fix + FAQ
1. Warum KI im Alltag oft enttäuscht (und wie du das vermeidest)
KI ist im Alltag dann hilfreich, wenn du sie wie ein Werkzeug nutzt: klare Aufgabe rein -> verwertbares Ergebnis raus. Die meisten schlechten Ergebnisse entstehen nicht, weil „die KI nichts kann“, sondern weil sie raten muss: Was ist dir wichtig? Welche Grenzen gelten? In welchem Format brauchst du das Ergebnis?
Wenn du nur eine Sache aus diesem Artikel mitnimmst, dann diese: Struktur schlägt Kreativität. Ein sauberer Prompt spart dir mehr Zeit als zehn „Prompt-Hacks“.
Wichtig: Die Prompts unten sind vorgeschrieben und Copy-&-Paste. Du ersetzt nur die eckigen Klammern.
2. Die Prompt-Formel: Ziel, Kontext, Format, Regeln
Diese vier Bausteine reichen für die meisten Alltagsaufgaben:
- Ziel: Was soll am Ende rauskommen?
- Kontext: Worum geht’s genau (Rahmen, Daten, Einschränkungen)?
- Format: Wie soll die Ausgabe aussehen (Tabelle, Liste, Schritte, 2 Varianten)?
- Regeln: Ton, Länge, No-Gos, Annahmen vermeiden
Beispiel (robust):
„Erstelle einen Wochenplan (Ziel) für [Person] mit [Arbeitszeiten], [Fixterminen], [Sport] (Kontext). Ausgabe als Tabelle Mo–So (Format). Realistisch, mit Puffern, ohne Überforderung (Regeln).“

Pro Tip 1 (Rückfragen erzwingen):
Wenn du Zeit sparen willst, häng das hier an viele Prompts an:
„Wenn dir Informationen fehlen, stelle mir zuerst bis zu 5 Rückfragen, bevor du startest.“
So bekommst du seltener Ergebnisse, die auf Annahmen basieren.
3. So nutzt du Prompts sauber: Rückfragen, Format, Nachschärfen
Drei Regeln, die sofort wirken:
- Klammern konkret füllen: „[Zeitfenster 18:00–20:00]“ ist besser als „abends“.
- Rückfragen erzwingen: Sonst füllt die KI Lücken mit Annahmen.
- Einmal nachschärfen statt neu starten: Du brauchst selten einen komplett neuen Prompt.
Pro Tip 1 (Rückfragen erzwingen):
Häng an viele Prompts einfach an:
„Wenn dir Informationen fehlen, stelle mir zuerst bis zu 5 Rückfragen, bevor du startest. Triff keine Annahmen.“
4. 25 Copy-&-Paste Prompts (Planung, Texte, Entscheidungen, Lernen)
Du kannst jeden Prompt 1:1 kopieren und nur die Klammern ersetzen. Wenn du willst, ergänze zusätzlich immer: „Stelle Rückfragen, wenn Infos fehlen.“
A) Planung & Organisation (8)
1) Wochenplan
„Erstelle einen realistischen Wochenplan für [Ziel]. Rahmen: Arbeit [Zeiten], Termine: [Liste], Sport: [Anzahl/Maxdauer], Erledigungen: [Liste]. Ausgabe als Tabelle Mo–So mit Zeitblöcken und 10–20% Puffer.“
2) Tagesplan (Priorisieren + Puffer)
„Ich habe heute [Zeitfenster] und will [Aufgabe 1], [Aufgabe 2], [Aufgabe 3] erledigen. Priorisiere nach Wirkung und Dringlichkeit. Plane einen Ablauf mit Puffern. Ausgabe: Liste mit Uhrzeiten.“
3) Einkaufsliste + Wochenessen
„Plane 5 Abendessen für [Anzahl Personen]. Anforderungen: Budget [x], Ernährung [x], Zeit pro Gericht [x], Equipment [x]. Ausgabe: (1) Essensplan, (2) Einkaufsliste nach Kategorien.“
4) Reiseplanung
„Plane eine Reise nach [Ort] für [Dauer]. Interessen: [x]. Budget: [x]. Constraints: [Reisetempo, Mobilität, Ruhezeiten]. Ausgabe: Tagesplan + Must-haves + Transport-/Ticket-Tipps.“
5) Packliste
„Erstelle eine Packliste für [Anlass/Reise]. Dauer: [x], Wetter: [x], Aktivitäten: [x]. Ausgabe: Muss / Optional / Dokumente / Technik.“
6) Haushaltsroutine (stressarm)
„Erstelle eine einfache Haushaltsroutine für [Wohnsituation]. Ziel: sauber halten ohne Stress. Ausgabe: täglich (10–15 Min), wöchentlich (45–60 Min), monatlich (2–4 Aufgaben).“
7) Terminvorbereitung
„Ich habe einen Termin mit [Person/Behörde/Anbieter]. Ziel: [x]. Erstelle eine Checkliste: (1) Unterlagen, (2) Fragen, (3) mögliche Einwände + passende Antworten. Ausgabe als Tabelle.“
8) Budget grob strukturieren
„Hilf mir, ein Monatsbudget zu strukturieren. Einnahmen: [x], Fixkosten: [x], variable Kosten: [x], Ziel: [Sparen/Schulden/Notgroschen]. Ausgabe: Kategorien + Vorschlag für Aufteilung + 3 Stellschrauben.“
B) Texte & Kommunikation (8)
9) Nachricht kurz & freundlich
„Formuliere diese Nachricht klar und freundlich (max. 3 Sätze): [Text]. Ton: neutral, respektvoll.“
10) Nachfrage / Erinnerung
„Schreibe eine kurze Erinnerung an [Empfänger]. Kontext: [Worum geht’s?], Deadline: [x]. Ton: freundlich, nicht drängend. Max. 80 Wörter.“
11) Beschwerde (sachlich, lösungsorientiert)
„Formuliere eine sachliche Beschwerde an [Firma]. Problem: [x]. Details/Belege: [x]. Erwartung: [x]. Bitte klar, ohne Emotion, mit angemessener Frist. Ausgabe als E-Mail.“
12) Anfrage / Angebot
„Schreibe eine Anfrage an [Anbieter]. Ich brauche: [x]. Bitte um: Preis, Zeitraum, Bedingungen, nächste Schritte. Ton: freundlich, präzise.“
13) Text vereinfachen
„Vereinfache den folgenden Text, ohne Inhalte zu verlieren: [Text]. Ziel: leicht verständlich. Ausgabe: kurze Sätze + klare Struktur.“
14) Text kürzen
„Kürze diesen Text auf maximal [x] Wörter. Behalte die wichtigsten Punkte und einen klaren Abschluss: [Text].“
15) Zwei Varianten (Ton testen)
„Schreibe 2 Varianten für diese Nachricht: (a) kurz & direkt, (b) etwas wärmer. Inhalt: [Stichpunkte]. Max. 90 Wörter je Variante.“
16) Antwort vorbereiten
„Ich habe diese Nachricht bekommen: [Text]. Gib mir 3 passende Antworten: (1) zustimmen, (2) nachfragen, (3) höflich ablehnen. Ton: respektvoll, klar.“
C) Entscheidungen & Vergleiche (6)
17) Optionen vergleichen (Tabelle)
„Vergleiche Option A: [x] vs. Option B: [x] nach Kriterien: [Kosten, Aufwand, Risiko, Nutzen, Zeit]. Ausgabe: Tabelle + Empfehlung mit Begründung.“
18) Pro/Contra mit Gewichtung
„Erstelle Pro/Contra für [Entscheidung]. Gewichte jeden Punkt (1–5) nach Relevanz. Ergebnis: klare Empfehlung + 1 nächster Schritt.“
19) Wenn-Dann-Plan (typische Situationen)
„Erstelle einen Wenn-Dann-Plan für [Ziel] mit 5 typischen Situationen (z. B. Zeitmangel, Stress, Budgetdruck). Ausgabe als Tabelle: Situation → Entscheidung → konkrete Aktion.“
20) Risiko-Check
„Welche Risiken übersehe ich bei [Vorhaben]? Liste Risiken + Wahrscheinlichkeit (niedrig/mittel/hoch) + Gegenmaßnahme. Ausgabe als Tabelle. Triff keine Annahmen, stelle Rückfragen.“
21) Preis-/Leistungscheck
„Bewerte dieses Angebot: [Details]. Was ist fair, was fehlt, welche Fragen sollte ich stellen, welche Bedingungen sind kritisch? Ausgabe: Fragenkatalog + kurze Bewertung.“
22) Priorisieren (Impact vs. Aufwand)
„Ich habe diese Aufgaben: [Liste]. Priorisiere nach Impact und Aufwand. Ausgabe: Top 3 + Begründung + was ich streiche/verschiebe.“
D) Lernen & Verstehen (3)
23) Zusammenfassung + Fragen
„Fasse diesen Text zusammen: [Text]. Ausgabe: 5 Kernaussagen + 5 Stichworte + 5 Prüfungsfragen mit Antworten.“
24) Erkläre wie für Anfänger
„Erkläre mir [Thema] so, dass ein Anfänger es versteht. Nutze ein Alltagsbeispiel, vermeide Fachjargon. Danach: 3 typische Missverständnisse + Klarstellung.“
25) Lernplan
„Erstelle einen 14-Tage-Lernplan für [Thema]. Zeit pro Tag: [x]. Ausgabe: Tagesziel + kurze Übung + Mini-Check (Woran merke ich, dass ich’s kann?).“

5. Mini-Case 1: Wochenplanung ohne Überforderung
Situation: Du hast volle Wochen, willst aber trotzdem Sport, Erledigungen und etwas Luft behalten. Typischer Fehler: Du planst „optimistisch“ und scheiterst an der Realität.
So nutzt du KI hier sinnvoll:
Du gibst der KI Grenzen, statt ihr „perfekte Produktivität“ zu erlauben.
Beispiel-Prompt:
„Erstelle einen realistischen Wochenplan. Rahmen: Arbeit [Zeiten], fixe Termine [Liste], Sport 3×/Woche (max. 45 Min), 1 Ruhetag. Ausgabe als Tabelle Mo–So. Regeln: 10–20% Puffer, max. 2 Hauptaufgaben pro Tag, keine Überforderung. Wenn Infos fehlen: Rückfragen.“
Warum das funktioniert:
Die KI optimiert auf Machbarkeit, nicht auf „alles gleichzeitig“.
6. Mini-Case 2: Schwierige Nachricht + klare Entscheidung
Situation: Du musst absagen oder Grenzen setzen – freundlich, aber nicht weichgespült. Gleichzeitig bist du unsicher, ob du überhaupt absagen solltest.
Schritt 1: Nachricht bauen (2 Varianten)
Nutze Prompt 15 („Zwei Varianten“), damit du Tonalität auswählen kannst.
Schritt 2: Entscheidung absichern
Danach Prompt 18 („Pro/Contra mit Gewichtung“) oder 17 („Optionen vergleichen“), damit du nicht aus dem Bauch heraus reagierst.
Pro Tip 2 (Grenze + nächster Schritt):
Sag der KI ausdrücklich: „Ein Satz Grenze, ein Satz nächster Schritt – keine Rechtfertigungsorgie.“
7. SOP (Standardarbeitsanweisung): In 3 Minuten zum brauchbaren Ergebnis
Hier ist der Ablauf, den du für fast alle Prompts nutzen kannst:
Finale Version speichern (Notizen/Notion/Doc) und eindeutig benennen (z. B. „Tagesplan_Puffer“).
Prompt kopieren und Klammern konkret füllen (Zeit, Budget, Rahmen).
Ergänzen: „Wenn Infos fehlen, stelle bis zu 5 Rückfragen. Triff keine Annahmen.“
Ausgabeformat festlegen (Tabelle/Liste/Schritte/2 Varianten).
Ergebnis lesen und nur 1–2 Dinge verbessern (Länge, Ton, Struktur).
Nachschärfen mit einem Satz: „Kürzer, konkreter, als Tabelle, max. 5 Punkte.“
8. Nächste Schritte: eigene Prompt-Bibliothek aufbauen
Wenn du diese 25 Prompts 2–3 Mal genutzt hast, wirst du merken: Du brauchst nicht ständig neue Prompts – du brauchst deine wiederverwendbaren Varianten.
Ein pragmatischer Ansatz: Speichere pro Lebensbereich (Planung, Texte, Entscheidungen, Lernen) jeweils 3–5 Prompts, die du wirklich nutzt. Alles andere ist nice-to-have.
Pro Tip 3 (Prompt-Bibliothek, die du wirklich verwendest):
Speichere Prompts nicht nach Thema („Reisen“), sondern nach Output („Tabelle“, „2 Varianten“, „Checkliste“). Du findest sie später schneller wieder.
Checkliste: Qualitätscheck in 60 Sekunden
- Ziel klar? (Was soll am Ende rauskommen?)
- Kontext vollständig? (Wer/was/wann/wie viel/welche Grenzen?)
- Ausgabeformat festgelegt? (Tabelle/Liste/Schritte/Varianten)
- Ton definiert? (neutral, freundlich, direkt)
- Hat die KI Annahmen getroffen? (wenn ja: Rückfragen erzwingen)
- Ist es zu lang? (Wortlimit / Top-5 / nur Schritte)
- Passt es zur Realität? (Puffer, Grenzen, „maximal 2 Hauptaufgaben“)

Entscheidungsbaum: Welcher Prompt passt?
- Wenn du Klarheit brauchst dann: „Priorisieren“ (22) oder „Pro/Contra“ (18).
- Wenn du Struktur brauchst dann: „Wochenplan/Tagesplan“ (1/2) + Ausgabe als Tabelle.
- Wenn du Texte schreiben musst dann: „kurz & freundlich“ (9) oder „2 Varianten“ (15) + Wortlimit.
- Wenn du dich zwischen Optionen entscheiden musst dann: „Vergleichstabelle“ (17) + Kriterien.
- Wenn du Risiken vermeiden willst dann: „Risiko-Check“ (20) + Gegenmaßnahmen.
- Wenn du lernen willst dann: „Erkläre wie Anfänger“ (24) + „Prüfungsfragen“ (23).
Häufige Fehler + Fix + FAQ
Häufige Fehler + Fix
- Symptom: Output ist vage. → Ursache: Ziel unklar. → Fix: Ziel als Ergebnis definieren („Am Ende will ich X in Tabelle“).
- Symptom: Antwort ist chaotisch. → Ursache: Kein Format. → Fix: „Ausgabe als Tabelle/Liste/Schritte“.
- Symptom: KI erfindet Details. → Ursache: Kontextlücken. → Fix: Rückfragen erzwingen + „keine Annahmen“.
- Symptom: Zu lang. → Ursache: Kein Limit. → Fix: Wortlimit / Top-5 / nur Schritte.
- Symptom: Ton passt nicht. → Ursache: Ton nicht definiert. → Fix: Ton in einem Satz festlegen + Beispiel.
- Symptom: Plan ist unrealistisch. → Ursache: Keine Grenzen/Puffer. → Fix: Puffer + Maximalaufgaben pro Tag.
FAQ
Muss ich Prompts perfekt formulieren?
Nein. Ziel, Kontext und Format reichen. Perfekt wird’s durch eine kurze Nachschärfung.
Was, wenn die KI etwas Falsches behauptet?
Nicht übernehmen. Rückfragen stellen, Begründung fordern oder ohne strittige Details formulieren.
Welche Aufgaben lohnen sich am meisten?
Planung, Texte, Vergleiche, Zusammenfassungen – überall dort, wo Struktur und Formulierungen Zeit kosten.
Kann ich das am Handy nutzen?
Ja. Kurze Prompts plus Tabellen-/Listenformat funktionieren mobil besonders gut.
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